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Das Ziel
Von Angus, 11-05-30 14:58 — Aktionen / ActionsAuf diesen Beitrag antworten / Reply to this postingDiesen Beitrag als Thread anzeigen / Show this posting as a thread

Zeitlos ist es, aus sich sprudeln zu lassen. Stets sollte man auf dieses Ziel fixiert oder wenigstens bedacht sein. Mode kommt und geht, genau wie die Gezeiten. Doch der innere Quell versiegt nicht. Solange wir an ihn glauben. An ihn zu glauben bedeutet, sich eines Gefühls bewusst zu sein, dass ein jeder für gewöhnlich zunächst ignoriert, verabscheut, verdrängt oder anderweitig negativ belegt. Irgendwann aber kommt im Leben eines jeden der Punkt, an welchem man zu erkennen beginnt.

Gefühle sind kein Zeichen von Schwäche oder nicht verwirklichter Stärke. Gefühle wohnen einem jeden inne und sie zu akzeptieren, gleichwohl mit ihnen im Einklang zu leben, muss ein Ziel sein, welches wir nicht aus den Augen zu verlieren suchen.

So geschieht es auch, dass manche anderen überlegen sind. Im Geiste, im Fleische, in der Erregung. Das mag dem Geistreichen in diesen Tagen wie ein Frevel klingen, doch halte ich es für eine Wahrheit, wenngleich nicht für eine unverrückbare. Angetan hat es mir „The Relativity of Wrong“, ein Aufsatz des Isaac Asimov. Doch bin ich der Meinung, dass das Niveau unserer Erkenntnis gegen die Wahrheit allenfalls konvergiert. Mit Gewissheit bin ich nicht der erste, der diese Meinung bezüglich des besagten Aufsatzes vertritt, bestimmt bin ich auch nicht unter den ersten hundert. Ich werde wahrscheinlich nicht in die Annalen eingehen wie Goethe oder Newton oder Asimov.

Doch ist auch dieses Eingehen in die Annalen nicht mein Ziel. In dieser Stunde leben auf unserem Planeten zwischen sechs und sieben Milliarden Menschen. Vielleicht ist es mein Ziel, nur herauszufinden, wie sich ein einzelner in seinem Leben vom Rest unterscheiden sollte; unterscheiden kann. Wenn auch viele „gegen den Strom“ schwimmen, so ist es meiner Meinung nach stets behaglich, die breiten Pfade zu beschreiten. Um sich von jedem einzelnen der sieben Milliarden, nennen wir sie Konkurenten, beträchtlich hervorzutun, bedürfte es einiger Verränkungen. Es stellen sich die Fragen, ob man imstande ist, diese Verränkungen seinem Leben anzutun, und ob man dazu bereit ist. Auch gegen den Strom zu schwimmen ist meist nichts anderes als die etwas weniger breiten Pfade zu beschreiten.

Sicher hat es der geneigte Leser schon erkannt: Es geht mir um die schiere Menge der bereits angelegten Pfade. Noch vor einhundert Jahren war der Erfinder der, der einen Wagen ohne biologische Kraft antreiben wollte. Heute ist der Erfinder der, der denselben Wagen mit 10 Prozent weniger einer Flüssigkeit dieselbe Leistung erbringen lässt. Die Pfade divergieren. Aber sie streben aufeinander zu. Ob ihrer schieren Menge.

Das Ziel
Von Sufrain, 11-06-02 13:44 — Aktionen / ActionsAuf diesen Beitrag antworten / Reply to this postingDiesen Beitrag als Thread anzeigen / Show this posting as a thread

Ein interessanter Gedanke. Ich verstehe es so, dass jeder Gedanke bereits gedacht, jedes Konstrukt bereits erschaffen und viele Leben gelebt wurden. Die einzige Veränderung oder die Milliarden Veränderungen, welche die Menschen welche auf der Erde leben immer und immer weiter tun, diese sind es welche an das Anknüpfen. An die bereits gedachten und erschaffenen Dinge, sie können geändert und verbessert werden.
Wir können das Rad nicht neu erfinden, lediglich dessen Reifen resistenter gegen den Zerfall machen.

Das Ziel
Von Sufrain, 11-06-02 13:54 — Aktionen / ActionsAuf diesen Beitrag antworten / Reply to this postingDiesen Beitrag als Thread anzeigen / Show this posting as a thread

Zur zweiten Thematik. Die "Masse" und die "weniger breiten Wege", wie oben gesagt sind bereits alle Dinge getan im Ansatz oder etwas fortgeschrittener, Strukturen werden übernommen statt neu geschaffen, weil das neu schaffen anhand der bereits angelegten Strukturen zunehmend schwieriger wird.

Trotz dieser Annahme würde ich sagen, unabängig davon wie schwer der Weg ist, solange du bereit bist ihn zu gehen, ist er es in jedem Fall wert.
Ich persönlich glaube an die erschaffung neuer Wege, auch wenn Punkte des Weges vorgegeben sind, wären wir den überhaupt imstande einen Weg ohne bereits gegebene Orienterungspunkte zu beschreiten ?

Insgesamt gefällt mir dein Gedankengang.
Das Lesen gelingt nicht umbedingt flüssig, da die Themen trotz der Zugehörigkeit zueinander springen, die Absätze helfen beim Verständnis des Textes ungemein.

Das Ziel
Von Angus, 11-06-03 16:04 — Aktionen / ActionsAuf diesen Beitrag antworten / Reply to this postingDiesen Beitrag als Thread anzeigen / Show this posting as a thread

Wie Du den Gedanken weitergeführt hast, zeigt mir doch, dass ich meine Gedanken nicht allzu verkehrt in Worte gegossen habe. Nur den ersten Gedankengang musste ich selbst erstmal wieder entschlüsseln. Herauszufinden, was man selbst gedacht hat, finde ich besonders interessant. Wenn ich mich recht verstehe, habe ich über das Schreiben an sich geschrieben. Unsere kurze Unterredung in #supra hat mich darin bestätigt.

Der besagte Aufsatz ist übrigens hier zu finden: http://hermiene.net/essays-trans/relativity_of_wrong.html. Er passt insofern dazu, als Asimov darin die Meinung vertritt, in einem Jahrhundert zu leben, "in which we finally got the basis of the Universe straight". Zwar hätten schon Philosophen früherer Jarhhunderte dasselbe behauptet, doch weil sich unser Kollektivwissen immer weiterentwickele, sei es heute zwar falsch, aber nur noch unwesentlich falsch, diesen großen Anspruch zu erheben - im Gegensatz zu vor zweitausend Jahren, als man zwar auch schon in rauhen Mengen Theorien über das Wesen des Universums aufstellte, die sich aber später als völliger Quatsch erwiesen. Daher auch der Titel "The Relativity of Wrong".

Ich finde auch, dass man immer nach "neuen" Wegen Ausschau halten sollte - je neuer, desto interessanter. Auch wenn man nicht mehr der schillernde James Cook sein kann, der (vermeintlich) der allererste war.


Von Sufrain, 11-06-03 21:03 — Aktionen / ActionsAuf diesen Beitrag antworten / Reply to this postingDiesen Beitrag als Thread anzeigen / Show this posting as a thread

Es kam mir eher so vor als hätte ich es interpretiert oder konkretisiert. In meinen Augen stand das schon da.

Was den ersten Teil angeht, ja es kam mir auch wie ein Intro vor, in der du dich mit der Materie des Schreibens
und den damit verbundenen Gefühlen versucht auseinander zu setzen.

Viel Glück bei der Suche nach dem richtigen Weg.

Meine Mutter hat eine tolle Postkarte, auf der ist ein Astronaut auf dem Mond,
darunter steht "Los, egal wohin".
Ich denke der beste Weg ist der, den du gehen kannst ohne zu überlegen.


Von Angus, 11-06-04 01:26 — Aktionen / ActionsAuf diesen Beitrag antworten / Reply to this postingDiesen Beitrag als Thread anzeigen / Show this posting as a thread

Du magst Recht haben. Die Grenze zwischen interpretieren und weiterdenken kann ziemlich verwaschen sein. Die Karte mit dem Astronauten gefällt mir auch.


Von Sufrain, 11-06-07 22:03 — Aktionen / ActionsAuf diesen Beitrag antworten / Reply to this postingDiesen Beitrag als Thread anzeigen / Show this posting as a thread

Ich habe leider die richtige nicht gefunden, sie hat sie von einer Ausstellung. Die Sachen die ich im Internet von Sabine Kinast gefunden habe
sind leider nur im Motiv gleich bzw. haben die gleiche Thematik - aber nicht die identische Karte.
Falls ich sie finde zeige ich sie dir.