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Stirb langsam 5
Von Klarinetta Wilbatia van Begelstein, 13-03-13 01:35 — Aktionen / ActionsAuf diesen Beitrag antworten / Reply to this postingDiesen Beitrag als Thread anzeigen / Show this posting as a thread

Stirb langsam 5
FSK: 16-18 (ungefähr)
Länge: Nicht kurz genug

Vorab eine kleine Rückschau auf die alten Teile. Teil 1: John McLane im Hochhaus hat gar keinen Bock auf Action. Muss aber. Guter Film. Teil 2: John McLane im Flughafen hat gar keinen Bock auf Action. Muss aber. Guter Film. Teil 3: John McLane und Zeus in der ganzen Stadt haben gar keinen Bock auf Action. Müssen aber. Guter Film. Teil 4.0: John McLane hat gar keinen Bock auf Action. Dann irgendeine komische Story, sauviel Action, nicht wirklich für "Stirb langsam", aber guter Film. Teil 5 (hier ist die Rückschau zu Ende): John McLane hat auf einmal voll Bock, die Stadt in Schutt und Asche zu legen. Noch dümmere Story, maßlos übertriebene Action - was soll der Kack? Der bisher einigermaßen rational und logisch handelnde Urbanbewahrer wider Willen schnappt sich auf einmal in fremden Landen entgegen jeder Vernunft ein Auto der hiesigen Polizei und richtet schon in den ersten 15 Minuten Schäden in Millionenhöhe an. Weil nämlich: sein Sohn. Da hinten!

Ungefähre Drehbuchentstehtung: "Chef, wir ham noch 200 Autos über. Wat machma mit?" - "Jo, hm, kaputt. Dann schreiben wir Stirb langsam drauf." Dieser die Filmreihe verunglimpfende Streifen zeigt perfekt die Entwicklung des Action-Kinos. Der Protagonist, der im ersten Teil noch beinahe ein Mensch wie Du und ich war und schon durch einige Glasscherben auf dem Boden stark verwundet werden konnte, mutiert im letzten Teil zum unverwundbaren Superhelden, der nicht nur mit Polizeiautos von Brücken, sondern auch mit seinem Sohn aus dem 20. Stockwerk springt, ohne dabei mehr Verletzungen davon zu tragen als ein Klitschko beim Schattenboxen.

Kein One-Liner mag zünden, kein Story-Twist ist sinnvoll, kein Action-Geballer fesselt. Da schon zu Beginn mehr Pulver verheizt wird als in den ersten drei Teilen zusammen, kann der Film nicht einmal einen Höhepunkt erreichen. Nicht steigerbar.

Die beinahe aufkommende Enttäuschung über das abrupte Ende weicht schnell der Erleichterung darüber, dass der Schmarrn jetzt vorbei ist. Wer ihn sich ansieht, ist selber schuld.

Klarinetta Wilbatia van Begelstein, die illustre Filmmaus

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